Private Schildkrötenstation Meerbusch

Allgemeine Haltungsansprüche

Zacken- Erdschildkröte (Geoemyda spengleri)

Parameter für die Terrarienhaltung

Bitte beachten sie, dass man Geoemyda spengleri einzeln halten muss, um Stress unter den Tieren zu vermeiden!

Größe Terrarium:

Die Grundfläche von 100 x 40 ist für die Haltung eines ausgewachsenen Tieres ausreichend und sollte nicht unterschritten werden. Größer ist aber immer besser! Die Höhe spielt keine große Rolle, sollte aber so gewählt werden das die Tiere nicht entweichen können.

Luftfeuchtigkeit:

Die Tiere brauchen eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Welche durch mehrmaliges sprühen mit Destilliertem Wasser erreicht wird. Ein hoher Bodengrund von mindestens 10 cm Walderde der immer gut feucht gehalten wird trägt auch zu einer höheren Luftfeuchtigkeit bei.

Heizung:

Ist das Becken im normal beheizten Wohnbereich aufgestellt wir keine zusätzliche Heizung benötigt.
Im Winter liegt die Temperatur bei mir bei 18°C bis 21°C und im Sommer klettert sie auf 25°C bis 32°C Raumtemperatur.

Beleuchtung:

Bei Geoemyda spengleri kann auf eine zusätzliche Beleuchtung mit UV Licht verzichtet werden. Die Tiere bevorzugen es eh etwas dunkler und deshalb ist eine Beleuchtung mit Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen völlig ausreichend. Ein Spotstrahler kann noch zusätzlich installiert werden, um den Tieren einen Sonnenplatz zu bieten.

Bodengrund:

Wie schon erwähnt benötigen wir bei diesen Schildkröten einen relativ hohen Bodengrund. Um Staunässe zu vermeiden kommt als erstes eine Schicht Blähton ins Terrarium 2 cm bis 3 cm Höhe sollten ausreichen. Darauf kommt eine dicke Schicht Walderde von 8 cm bis 10 cm Höhe. Die Walderde speichert die Feuchtigkeit gut und gibt sie langsam an die Umgebungsluft ab. Dieser Effekt wirkt sich positiv auf die Luftfeuchtigkeit aus. Auf der Schicht aus Walderde kommt jetzt noch eine Schicht Laub von Buchen, Eichen, Erlen oder Obstbäumen. Das Laub schütz die Erde vor zu schnellem austrocknen und dient der Schildkröte als optimales Versteck.

Wasser:

Die Tiere benötigen zu ihrem Wohlbefinden eine flache Wasserschale die so groß bemessen ist das die Schildkröte darin baden kann. Das Becken wird zumindest in den Sommermonaten mehrmals täglich zum Baden genutzt und verschmutzt daher ziemlich schnell. Da die Schale gleichzeitig auch Trinkschale ist sollte sie mindestens einmal täglich gereinigt werden. Flache Tonschalen die man in jedem Gartencenter erwerben kann haben sich bei mir bewährt.

Pflanzen:

Das Becken darf reich bepflanzt werden, da es den Bedürfnissen der Tiere nach Schutz und Deckung zugutekommt. Man sollte darauf achten das man Pflanzen verwendet die mit der hohen Luft- und Bodenfeuchte zurechtkommen. Pflanzen aus dem Regenwald sind hier für am besten geeignet.

Dekoration:

Hier kann man Korkeichenrinde, Steine, Moospolster und Wurzelholz verwenden.

Überwinterung:

Die Tiere benötigen eine Winterruhe oder eine Verminderte Aktivitätszeit. Man fängt an die Temperatur und das Licht langsam zu reduzieren, gleichzeitig wird das tägliche sprühen auf ein bis zweimal die Woche reduziert. Man kann die Temperatur auf bis zu 10°C reduzieren ohne das es den Tieren schadet. Sie werden circa 3 Monate bei circa 10°C in einer Kiste mit Walderde und Laubschicht überwintert.

Besonderheiten:

Die Zacken- Erdschildkröte besitzt einen sehr feinen Seh- und Geruchssinn und spürt so im Laub verborgene Nahrung auf. Im Terrarium entgeht ihr keine Bewegung und außer Reichweite geglaubte Futtertiere werden schnell gefunden.

Ernährung:

Die Zacken Erdschildkröte (Geoemyda spengleri) ernährt sich fast ausschließlich von tierischer Nahrung also karnivor. Nur selten werden reife Früchte gefressen. In Gefangenschaft gehaltene Tiere gehen teilweise an reifes Obst, manche Tiere verweigern sämtliche pflanzliche Kost. Das Futter für Geoemyda spengleri ist das ganze Jahr hin durch einfach zu beschaffen und so lassen sich diese Tiere einfach und abwechslungsreich ernähren.

Tierische Kost:

Nestjungen Mäusen werden gerne genommen. Man kann den Schildkröten die Mäuse an einem Stück verabreichen oder auch einmal in der Mitte durchschneiden. Im Fachhandel kann man junge Mäuse tiefgefroren kaufen und hat so immer einen Vorrat für die Tiere im Haus. Verfüttern sie keinen lebenden Mäuse, da die Schildkröten sie nicht tötet, sondern bei lebendigem Leibe in Stücke reißt.

Regenwürmer werden auch immer sehr gerne genommen und stellen ein sehr wertvolles Futter für die Schildkröten dar. Regenwürmer können lebend von einer Pinzette her gereicht werden.

Gehäuseschnecken können auch so in das Schildkrötenbecken gesetzt werden. Sie werden mit samt ihrem Gehäuse gefressen. Sollte es vorkommen, dass die Schildkröten Teile des Gehäuses nicht sofort fressen, kann man es für später im Becken belassen. Mein Tier knabbert ab und zu an den leeren Schneckenhäusern.

Kellerasseln kann man mit in das gut strukturierte Becken setzen. Sie werden gerne als Zwischenmahlzeit von den Tieren angenommen. Wenn man Glück hat vermehren sich die Asseln ganz von alleine im Becken und halten es auch gleich zeitig etwas sauber.

Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Mehlkäfer und kleine Süßwasserfische runden das Futterangebot ab.

Pflanzliche Kost:

Man kann versuchen seinen Tieren reifes Obst anzubieten. Ob es allerdings gefressen wird häng ganz alleine vom jeweiligen Individuum ab. Unreifes und halb Reifes Obst nehmen die Tiere nicht an!

Versuchen sie es mit Melonen, Äpfeln, Birnen und Pfirsichen.

Private Schildkrötenstation Meerbusch  |  (C) by Dirk & Roksana Nowak