Private Schildkrötenstation Meerbusch

Allgemeine Haltungsansprüche

Chinesische Weichschildkröte (Pelodiscus sinensis)


Parameter für dir Innen- und Außenhaltung

Bitte beachten Sie das die Chinesische Weichschildkröte sehr bissig ist und wirklich nur einzeln gehalten werden kann!

Größe Aquarium/ Teich:

Die beschriebenen Größen sind Mindestgrößen und nur für ein Tier gedacht!

Bei Aquarienhaltung sollten die Masse: 180 x 50 x 50 cm nicht unterschritten werden.  Jungtiere kann man in der Größe entsprechenden in kleineren Aquarien halten.

Teiche sollten nicht unter 1,5 bis 2,0 m³ Wasser liegen. Sie sollten flach auslaufende Ufer haben und ein mindestens 10 cm hohe Schicht aus feinem Flusssand aufweisen. Die Teiche sind nach Süden auszurichten.

In Gewächshäusern ist die pflege dieser Art fast ganzjährig möglich, wobei allerdings darauf geachtet werden sollte das das Gewässer nicht ganz zufriert damit die Tiere jederzeit Luft holen können. Tiere aus dem südlichen Verbreitungsgebiet sollte man nur Aquarium halten.

Wasserstand:

Im Aquarium sollte der Wasserstand so hoch wie möglich gewählt werden, da diese Tiere gute Schwimmer sind und viel Bewegung benötigen. Hier sollten 40 cm Wasserstand bei ausgewachsenen Tieren nicht unterschritten werden.

Im Teich sollte auch viel freies Wasser zur Verfügung stehen um dem Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu werden. Hier darf der Teich an der tiefsten Stelle auch mehr als 1 Meter Tiefe aufweisen.

Heizung:

Das Verbreitungsgebiet der Chinesischen Weichschildkröte ist sehr groß, daher ist es fast nicht möglich genaue Temperaturangaben zu machen.
Tiere aus dem äußersten Süden benötigen höhere Temperaturen als Tiere aus dem äußersten Norden.
Mit den nachfolgenden Temperaturangaben können sie nichts falsch machen, egal aus welcher Region ihre Chinesische Weichschildkröte stammt.

Bei der Haltung im Aquarium habe ich auf ein zusätzliches beheizen des Wassers verzichtet. Was den Schildkröten scheinbar nicht viel ausmacht.
Die Wassertemperaturen lag immer zwischen 18°C und 24°C, im Hochsommer auch mal bis 28°C.
Kurzfristig dürfen die Temperaturen 30°C betragen. Steigen die Temperaturen dauerhaft über 30°C besteht Gefahr das die Tiere an Überhitzung sterben. 
Sollten die oben genannten Temperaturen nicht erreicht werden, müssen sie mit einer zusätzlichen Heizung nachhelfen.

Zu einer artgerechten Haltung von Schildkröten gehören Temperaturschwankungen, die einen Tag-/ Nachtrythmus simulieren und die Simulation eines Jahresrhythmus.
Tag- / Nachtrythmus:
Die Temperatur sollte nachts um 2°C bis 4°C abfallen, um tagsüber wieder etwas anzusteigen.
Jahresrhythmus:
Das nachahmen der Jahreszeiten, mit fallenden Temperaturen im Herbst
(von über 20°C auf 12°C innerhalb von ca. 2 Monaten),
kalten Temperaturen im Winter
(Winterruhe bei 10°C bis 2°C für 1 bis 3 Monate),
steigenden Temperaturen im Frühling
(10°C bis über 20°C innerhalb von 1 bis 2 Monaten)

und hohen Temperaturen im Sommer
(von 20°C bis 28°C für 4 bis 6 Monate,
kurzfristig darf die Temperatur +/- 30°C betragen)
.
Das sich diese Temperaturänderungen langsam und über mehrere Wochen hinziehen müssen, sollte jedem Halter klar sein! Am besten sie richten sich nach unseren Jahreszeiten und legen den Sommer ihrer Schildkröten auch in unseren Sommer und den Winter in unseren Winter!

Bei der Teichhaltung sollte die Wassertemperatur nicht unter 15°C absinken.

Kurze Schlechtwetter- Phasen von einigen Tagen werde toleriert. Ansonsten sollte man die Tiere vorübergehend wieder in Haus holen.

Beleuchtung:

Chinesischen Weichschildkröten benötigen einen Wärmestrahler, der auf den Landteil und teilweise auf das Wasser gerichtet ist. Sie sonnen sich oft an der Wasseroberfläche treibend im Bereich des Wärmestrahlers. Die Temperatur im Lichtkegel des Strahlers sollte zwischen 35°C und 40°C liegen.

Für den Sonnenplatz nimmt man am besten einen Halogenmetalldampfstrahler kurz HQI. Aufgrund ihrer hohen Lichtausbeute im Vergleich zum Stromverbrauch sind sie die zur Zeit besten Lampen auf dem Markt.

Man muss einen Strahler verwenden der UV-B abgibt. 

Für die weitere Beleuchtung (Tag- / Nachtrythmus) kann man Vollspektrum-Neonröhren oder Vollspektrum- Energiesparlampen verwenden.
Passen sie auch die Beleuchtung dem Jahresrythmus an! Das heißt, dass im Sommer (Juni, Juli) die Beleuchtung etwa 14 Stunden täglich brennt und während der Winterruhe komplett ausgeschaltet ist.

 Monat Jan. Feb. Mär. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. Okt. Nov. Dez.
 Beleucht. 0
Std.
 2
Std.
 6
Std.
 8
Std.
 10
Std.
 14
Std.
 14
Std.
 12
Std.
 10
Std.
 8
Std.
 6
Std.
 3
Std.

Passen sie den Tagesrhythmus der jeweiligen Jahreszeit an, so bereiten sich die Tiere auf natürliche Weise auf die Winterruhe vor!

Bei der Teichhaltung entfällt die Beleuchtung!

Filter:

Eine Filterung des Wassers ist nicht unbedingt erforderlich, wenn in regelmäßigen Abständen ein Wasserwechsel vorgenommen wird. Will man auf einen Filter nicht verzichten, sollte man bedenken das Ansaugrohr nicht zu tief ins Becken eintauchen zu lassen. Durch starkes wühlen der Tiere im feinen Sand, versandet der Filter sonst zu schnell.

Bei der Teichhaltung kann im Allgemeinen ganz auf einen Filter verzichtet werden. Setzen sie lieber genügend Pflanzen ein die das Wasser auf natürliche Weise sauber halten.

Landteil:

Bei der Haltung dieser Schildkröten darf auf einen Landteil nicht verzichtet werden. Wie schon angedeutet müssen die Tiere immer die Möglichkeit haben das Wasser ganz zu verlassen. Durch den Landgang trocknet die Lederhaut der Tiere ab und Krankheitserreger sterben so ab.

Bodengrund:

Die Schildkröten brauchen einen weichen nicht scharfkantigen Sand für ihr Wohlbefinden. Der Sand pflegt durch seine scheuern den Panzer und entfernt Hautreste und Mikroorganismen. Die Höhe der Sandschicht ist großzügig zu bemessen damit sich die Tiere auch wirklich ganz eingraben können.

Dekoration:

Bei der Dekoration sollten sie besonders darauf achten das Steine, Moorkienwurzeln und Mangrovenholz keine scharfen Kanten aufweisen wo sich die Tiere dran verletzen könnten. Hier ist weniger Dekoration mehr, da sie den Schwimmraum einschränkt.

Pflanzen:

Javamoos, Wasserpest, Muschelblume, Entengrütze und Wasserhyazinthe haben sich bei mir gut bewährt.

Überwinterung:

Die Tiere haben ein großes Verbreitungsgebiet mit unterschiedlichem Klima. Manche Tiere halten einen mehrmonatige Winterruhe andere kommen mit einem verkürzten
Tag-/ Nachtrythmus aus. Gönnen sie den Tieren immer eine Winterruhe wenn sie danach verlangen. Der beste Platz für eine Winterruhe ist auch hier wieder der Kühlschrank. Lassen sie die Tiere aber auf keinen Fall bei uns im Freiland überwintern!

Besonderheiten:

Um Erkrankungen der Lederhaut vorzubeugen, kann man dem Wasser 2g/l Meersalz zusetzen. Das schütz vor den meisten Erkrankungen und lässt evtl. vorhandene Wunden besser und schneller abheilen.

Die Vergesellschaftung mit Fischen kann probiert werden, man muss sich aber damit abfinden, dass die Fische gefressen werden wenn sie von der Schildkröte erwischt werden.

In großen Anlagen werden die Fische meist von den Schildkröten in Ruhe gelassen. Chinesische Weichschildkröten, die mit Fischen zusammen gehalten werden, haben weniger Panzerprobleme. Die Fische fressen die sich lösende Haut ab und pflegen Wunden, die sich bei Weichschildkröten ab und zu zeigen können. Durch diese Pflege, bleibt die Panzerhaut gesund und ansehnlich.

Ernährung:

Die Chinesische Weichschildkröte ernährt sich bevorzugt von tierischer Kost, nur selten wird pflanzliche Nahrung aufgenommen. Sie sind doch recht gefräßig und gehen immer direkt ans Futter. Man kann die Tiere daran gewöhnen sich das Futter von der Futterzange zu nehmen, so sind dann auch die Finger des Pflegers außer Reichweite!

Tierische Kost:

- Fische sind ein sehr gutes Futter für Chinesische Weichschildkröten. Am besten verfüttert man der Größe des Tieres entsprechende Fische ganz, mit Kopf und Innereien.

- Regenwürmer eignen sich besonders für noch kleine Exemplare und stellen auch ein gutes und gesundes Futter dar.

- Schnecken werden auch gerne genommen. Es ist egal ob Wasser- oder Landschnecken, allerdings kann es sein das sie die Gehäuse der Landschnecken etwas vor knacken müssen.

- Junge Mäuse werden auch angenommen und stellen eine willkommene Abwechslung dar.

- Krebse werden auch gerne angenommen, hier kann man die Krebse lebend ins Becken der Weichschildkröte geben damit das Tier sich die Krebse nach Belieben selber fangen kann.

Pflanzliche Kost:

Pflanzliche Nahrung wird wirklich nur selten von den Tieren angenommen. Man kann allerdings das Becken mit einigen Wasserpflanzen begrünen damit wenn die Tiere wollen an diesen fressen können. 

Private Schildkrötenstation Meerbusch  |  (C) by Dirk & Roksana Nowak