Private Schildkrötenstation Meerbusch

Allgemeine Haltungsansprüche

Dornrand Weichschildkröte (Apalone spinifera)

Parameter für die Aquarium und Gewächshaushaltung

Bitte beachten Sie, dass es vom Charakter des einzelnen Tieres abhängt ob man es Vergesellschaften kann oder nicht! Mehrere Männchen werden sich nicht vertragen!

Größe Aquarium / Gewächshausteich:

Ein Aquarium für zwei Tiere sollte 250 cm x 60 cm nicht unterschreiten. Diese Weichschildkröten führen in der freien Natur eine eher versteckte Lebensweise welches man auch im Aquarium beachten sollte.

Bei einem Teich der im Gewächshaus angelegt ist, sollte die Fläche 4 m² bis 6 m² betragen.

Wasserstand:

Die Tiere sind sehr gute Schwimmer und deshalb sollte man ihnen so viel Schwimmraum wie möglich zur Verfügung stellen. Inklusive Bodengrund sollte der Wasserstand 50 cm nicht unterschreiten! Wenn möglich sollte man auch eine Flachwasserzone einrichten, da sich die Tiere hier gerne sonnen. 

Auch hier gilt, den Tieren so viel Schwimmraum wie eben möglich zur Verfügung zu stellen. Die Teichtiefe sollte mindestens 60 cm betragen.
Im Teich werden auch gerne sehr flache Bereiche von den Tieren angenommen, da sich hier das Wasser besonders schnell erwärmt.

Heizung:

Das Verbreitungsgebiet von Apalone spinifera ist sehr groß,
daher ist es fast nicht möglich genaue Temperaturangaben zu machen.
Tiere aus dem äußersten Süden benötigen höhere Temperaturen als Tiere aus dem äußersten Norden.
Nach neusten Untersuchungen kommen die meisten Tiere von Zuchtfarmen aus Florida, was aber nicht heißt, dass die Tiere auch wirklich aus Florida stammen. Meist kommt es in diesen Zuchtfarmen zu einer Durchmischung der Tiere aus den verschiedenen Verbreitungsgebieten.  

Mit den nachfolgenden Temperaturangaben können sie nichts falsch machen, egal aus welcher Region ihre Apalone spinifera stammt. 

Steht das Aquarium in einem geheizten Wohnraum, wird meist keine zusätzliche Heizung benötigt.
Die Wassertemperatur sollte tagsüber zwischen 20°C und 28°C liegen. Im Sommer kann die Wassertemperatur auch kurzfristig auf 30°C anstiegen. Liegen die Temperaturen dauerhaft über 30°C besteht die Gefahr, dass die Tiere an Überhitzung sterben! 
Werden die angegebenen Temperaturen nicht erreicht muss mit einem Aquarienheizstab nachgeholfen werden.

Zu einer artgerechten Haltung von Schildkröten gehören Temperaturschwankungen, die einen Tag-/ Nachtrythmus simulieren und die Simulation eines Jahresrhythmus.
Tag- / Nachtrythmus:
Die Temperatur sollte nachts um 2°C bis 4°C abfallen, um tagsüber wieder etwas anzusteigen. Die Simulation eines Tag- / Nachtrythmus fördert das Immunsystem der Schildkröte. Wenn sie das ganze noch steigern wollen, sollten sie hin und wieder mal für einen Tag die Wärmelampe auslassen und so einen Schlechtwettertag simulieren.
Jahresrhythmus:
Das nachahmen der Jahreszeiten, mit fallenden Temperaturen im Herbst
(von über 20°C auf ca. 12°C innerhalb von ca. 2 Monaten),
kalten Temperaturen im Winter
(Winterruhe bei 10°C bis 2°C für 2 bis 4 Monate),
steigenden Temperaturen im Frühling
(ca. 10°C bis über 20°C innerhalb von 1 bis 2 Monaten)

und hohen Temperaturen im Sommer
(von ca. 20°C bis 28°C für 4 bis 6 Monate,
kurzfristig darf die Temperatur +/- 30°C betragen)
.
Das sich diese Temperaturänderungen langsam und über mehrere Wochen hinziehen müssen, sollte jedem Halter klar sein! Am besten sie richten sich nach unseren Jahreszeiten und legen den Sommer ihrer Schildkröten auch in unseren Sommer und den Winter in unseren Winter!

In der Rubrik: Klimaübersicht finden sie Jahresdurchschnittstemperaturen aus den Gegenden, wo Apalone spinifera vorkommt!


Entfällt zum größten Teil bei der Teichhaltung!
Tiere aus dem Norden kann man fast ganzjährig in einem Gewächshaus halten.
Bitte auchten sie darauf, dass es nicht zu einer Überhitzung im Sommer kommt und sorgen sie für ausreichend Kühlung / Lüftung.

Beleuchtung:

Die Tiere bevorzugen eher gedämmtes Licht. Apalone spinifera sonnt sich gerne indem sie an der Wasseroberfläche treiben aber sie gehen auch gerne an Land, wenn sie sich sicher fühlen. 

Apalone spinifera benötigen einen Wärmestrahler, der auf den Landteil gerichtet ist. Die Temperatur im Lichtkegel des Strahlers sollte zwischen 35°C und 40°C liegen. 

Für den Sonnenplatz nimmt man am besten einen Halogenmetalldampfstrahler kurz HQI. Aufgrund ihrer hohen Lichtausbeute im Vergleich zum Stromverbrauch sind sie die zur Zeit besten Lampen auf dem Markt.

Man sollte einen Strahler verwenden der UV-B abgibt. 

Für die weitere Beleuchtung (Tag- / Nachtrythmus) kann man Vollspektrum-Neonröhren oder Vollspektrum- Energiesparlampen verwenden.
Passen sie auch die Beleuchtung dem Jahresrythmus an!
Das heißt, dass im Sommer (Juni, Juli) die Beleuchtung etwa 14 Stunden täglich brennt und während der Winterruhe komplett ausgeschaltet ist.

 Monat Jan. Feb. Mär. Apr. Mai Jun. Jul. Aug.Sep.  Okt.Nov. Dez. 
 Beleucht. 0 Std. 0 Std. 4 Std.8 Stdt.  10 Std. 14 Std. 14 Std. 10 Std. 8 Std. 6 Std. 4 Std. 0 Stdt.

Passen sie den Tagesrhythmus der jeweiligen Jahreszeit an, so bereiten sich die Tiere auf natürliche Weise auf die Winterruhe vor!

Achten sie bitte darauf, dass das Becken nicht ganz abgedeckt ist, damit im Aquarium keine Stickluft entsteht!

 
Entfällt bei der Teichhaltung!

Filter:

Eine Filterung des Wassers ist nicht unbedingt erforderlich, wenn in regelmäßigen Abständen ein Wasserwechsel vorgenommen wird. Will man auf einen Filter nicht verzichten, sollte man bedenken das Ansaugrohr nicht zu tief ins Becken eintauchen zu lassen. Durch das stark wühlen der Tiere im feinen Sand, versandet der Filter sonst zu schnell.

Bei der Teichhaltung kann im Allgemeinen ganz auf einen Filter verzichtet werden. Setzen sie lieber genügend Pflanzen ein, die dem Wasser auf natürliche Weise die überschüssigen Nährstoffe entziehen. 

Landteil:

Bei der Haltung dieser Schildkröten darf auf einen Landteil nicht verzichtet werden. Die Tiere müssen immer die Möglichkeit haben das Wasser ganz zu verlassen. Durch den Landgang trocknet die Lederhaut der Tiere ab und Krankheitserreger, Keime und Pilze sterben ab.
Wenn sie ein oder mehrere Weibchen halten muss der Landteil aus einem Sand-/ Erdegemisch bestehen, damit die Tiere ihre Eier ablegen können. Bei der Größe des Eiablageplatz reicht eine Fläche von 40 x 30 cm aus, die Tiefe des Platzes sollte mindestens der Länge des Panzers der gepflegten Schildkröte entsprechen.

Bodengrund:

Ausgewachsene Tiere benötigen im Aquarium und Teich eine mindestens 10 cm hohe, besser 15 cm hohe Schicht aus feinem Sand/ Flusssand, bei Jungtieren kann man die Schichthöhe der größe der Jungtiere anpassen.

Dekoration:

Bei der Dekoration müssen sie besonders darauf achten, das Steine, Moorkienwurzeln und Mangrovenholz keine scharfen Kanten aufweisen wo sich die Tiere dran verletzen könnten.

Pflanzen:

Die Tiere mögen einen starken Pflanzenwuchs im Aquarium oder Teich, da sie hier die nötige Deckung finden. Javamoos, Wasserpest, Hornkraut, Muschelblume, Entengrütze und Wasserhyazinthe haben sich bei mir gut bewährt. Da die Schildkröten den Bodengrund stark durchwühlen, kann man die Pflanzen fast nur frei im Wasser treibend kultivieren. 

Überwinterung:

Ist abhängig von der Herkunft der einzelnen Tiere. Tiere aus dem nördlichen Verbreitungsgebiet halten eine längere Winterruhe. Tiere aus dem südlichen Verbreitungsgebiet keine oder nur eine kurze Verminderte Aktivitätsphase.

Besonderheiten:

Um Erkrankungen der Lederhaut vorzubeugen, kann man dem Wasser 2g/l Meersalz zusetzen. Das schütz vor den meisten Hauterkrankungen und lässt evtl. vorhandene Wunden besser und schneller abheilen.

Ernährung:

In der freien Natur ernährt sich die Dornrand Weichschildkröte zum größten Teil von tierischer Nahrung. Einige nehmen auch geringe Mengen pflanzlicher Nahrung zu sich, welches aber eher die Ausnahme zu sein scheint. Dornrand Weichschildkröten sind aktive Jäger die ihrer Beute aus dem Hinterhalt auflauern um dann blitzschnell zu zuschlagen.

Pflanzliche Kost:
Man kann den Tieren verschiedene Wasserpflanzen (Wasserpest, Wasserlinsen) anbieten. Sie werden aber nur selten und sehr ungern gefressen.

Tierische Kost:
Zu ihrer Beute gehören; Insekten & Insektenlarven, Krebstiere, Muscheln & Schnecken, kleine Fische, Amphibien, sie gehen auch an Aas von Fischen, Vögeln und Säugetieren.

In der Gefangenschaft kann man die Tiere mit Insekten (Heuschrecken, Grillen, Maden, Mehlwürmern), Schnecken (Land- und Wasserschnecken), Muscheln (tiefgefrorenes Muschelfleisch), kleinen Fischen (Goldfischen, Plötze, Guppys, Schwertträger), Krebsen und Garnelen gut und abwechslungsreich gefüttert werden.

Private Schildkrötenstation Meerbusch  |  (C) by Dirk & Roksana Nowak