Private Schildkrötenstation Meerbusch

Familie: Chelydridae (Gray, 1831)
Alligatorschildkröten

Gattung: Chelydra (Schweigger, 1812)

Schnappschildkröten

Art:

Chelydra serpentina (Linnaeus, 1758)
Snapping turtle / Amerikanische Schnappschildkröte

Unterarten:

Chelydra serpentina serpentina (Linnaeus, 1758)
Eastern snapping turtle / Nordamerikanische Schnappschildkröte

Vorkommen: Kanada und die USA bis ins südliche Texas, fehlt auf der Halbinsel Florida

Chelydra serpentina osceola (Stejneger, 1918)
Florida snapping turtle / Florida Schnappschildkröte

Vorkommen: Halbinsel Florida


Nach neusten Erkenntnissen, handelt es sich bei:

Chelydra rossignonii (Bocourt, 1868)
Mittelamerikanische Schnappschildkröte  

Chelydra acutirostris (Peters, 1862)
Südamerikanische Schnappschildkröte

nicht mehr um Unterarten von Chelydra serpentina. Einige Wissenschaftler haben ihnen Artstatus zugesprochen. Ob diese neuen Erkenntnisse, die auf DNS- Untersuchungen basieren, auch in Zukunft Bestand haben werden, müssen wohl noch weitere Untersuchungen zeigen.

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Chelydra serpentina serpentina

Amerikanische Schnappschildkröte

Chelydra serpentina (Linnaeus, 1758)

Größe:
Chelydra serpentina kann eine Carapaxlänge von knapp über 50,00 Zentimetern erreichen. Die Größe der einzelnen Unterarten scheint auch etwas zu variieren. So gehören die bislang Größten Exemplare dieser Art, alle der Unterart “Chelydra serpentina serpentina” gefolgt von “Chelydra serpentina osceola” an. Das Gewicht der Tiere ist in der Literatur mit Maximal 40 Kilogramm angegeben, welche allerdings von in Menschenobhut gepflegten Tieren stammt und sich da die Frage stellt ob es sich nicht um stark verfettete Tiere handelt. In der freien Natur wurden bis jetzt nur Tiere gefunden die ein Gewicht von 15 kg bis 34 kg aufwiesen.

Aussehen:
Die Carapaxfärbung ist braun bis schwarz. Jungtier haben drei Kiele auf dem Rückenpanzer, die aber mit zunehmendem Alter schwinden. Der stark zurückgebildete Plastron hat eine Kreuzform und ist hell grau bis gelb gefärbt. Ihre Weichteile treten stark unter dem Panzer hervor. Der große und massige Kopf mit dem langen Hals kann das Tier blitzschnell über den Rückenpanzer bis fast zum hinteren Panzerrand schleudern.

Der Hals ist mit verhornten Tuberkeln ausgestattet, die je nach Unterart unterschiedlich lang ausgebildet sind. Der Schwanz ist fast so lang, wie der Carapax und besitzt an seiner Oberseite große Hornzacken. Die Weichteile dieser Schildkröte sind sehr unterschiedlich gefärbt und können von rosa über braun schwarz bis Oliv gefärbt sein. Die Männchen werden deutlich grösser als die Weibchen.

Lebensweise:
Die Tiere sind überwiegend Tags und Dämmerungsaktiv. Sie bevorzugen Gewässer mit weichem Bodengrund wo sie sich gerne drin eingraben. Felsvorsprünge, Wurzel und Baumstämme unter Wasser werden gerne als Versteck von den Tieren angenommen. Gesonnt wird sich im Flachwasserbereich oder in direkter Nähe des Ufers. Sind sie mit ihrem Heimatgewässer nicht mehr zufrieden wandern sie zum nächsten Gewässer was manchmal Kilometer weit weg liegt. Die Paarungszeit liegt je nach Verbreitungsgebiet von April bis November. Die Eizahl kann stark variieren und liegt zwischen 11 und 80 Eiern. Innerhalb von 55 bis 125 Tage schlüpfen die kleinen Schildkröten aus den Eiern, wobei es auch möglich ist das sie im Ei überwintern und erst im nächsten Jahr schlüpfen.

Nahrung:
Schnappschildkröten sind sehr gefräßige Tiere, die fast jede tierische und auch pflanzliche Nahrung fressen. Selbst Wasservögel und Säugetiere werden von ihnen überwältigt und gefressen. Aas wird von ihnen auch nicht verschmäht.

Fortpflanzung:
Die Schildkröten paaren sich je nach Verbreitungsgebiet von April bis November. Zwei bis drei Monate nach erfolgter Paarung beginnen die Weibchen dann mit der Eiablage. Wurden die Eier spät im Jahr abgelegt, können die Jungen im Ei überwintern und schlüpfen dann erst im nächsten Frühjahr.

Besonderheit:
Die Schnappschildkröte eignet sich besonders gut für die Freilandhaltung im Teich. Ihr Besitz ist in Deutschland jedoch verboten! Sie ist seit Ende 1999 nicht mehr im Handel erhältlich. Das Besitzverbot ist nur auf Deutschland beschränkt!


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Quellenverweis:

Vetter, Holger (2004)
Terralog, Schildkröten der Welt Band 2, Nordamerika
Terralog, Turtles of the World Vol. 2, North America
Edition Chimaira/Verlag ACS GmbH (AQUALOG)

Rogner, M. (1995)
Schildkröten 1
Heidi-Rogner-Verlag

MÜLLER V., SCHMIDT W. (1995)
Schildkröten im Gartenteich
Terrarien Bibliothek/ Natur- und Tier – Verlag GmbH

 

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